Die Märchenprinzessin und Andy Warhol

Schloss Drachenburg

Die ersten Jahre meines Lebens habe ich im Rheinland verbracht. Mitten im Siebengebirge, in der Region, in der Schneewittchen lebte.

Schneewittchen, ist nicht das einzige Märchen, das dort heimisch ist. Vielleicht kennst du das Buch mit den Zwergen und dem Drachen? Ich weiß nicht mehr wie es heißt, aber ich fand es wirklich super als ich merkte, dass die Kapelle, in der die Hochzeit stattfindet, ein mir bekanntes Objekt war.

Drachen gab es natürlich auch, der Drachenfels heißt doch bestimmt nicht so ohne Grund, oder?

Burgen und Schlösser gibt es zuhauf… Die Lorelei hatte nicht unweit ihr goldenes Haar gekämmt. Man erkennt die gefährliche Stelle leicht, es gibt Ampeln für die Schiffe.

Schloss DrachenburgUnd ich liebte Märchen.

Und liebe sie noch immer.

Ich wollte ein Burgfräulein sein, mit einem spitzen Hut und Schleier. Nur leider ist dies heutzutage kein logischer Berufswunsch mehr. Trotzdem war ich es mindestens einmal, ich erinnere mich an Karneval, im Kindergarten.

Vor ein paar Jahren (vor 6 um genau zu sein), war ich dann wieder im Rheinland, und habe auf einem Spaziergang zum ersten Mal aktiv das Schloss Drachenberg wahrgenommen. Es ist etwas kitschig, aber aus der richtigen Perspektive gesehen, ist es dann doch ganz nett.

Anscheinend wurden hier Gatsby artige Parties gefeiert und ein bekannter Gast war Andy Warhol.

Wie waren die bloß diese Feiern? Der Gastgeber, so hat man mir erzählt, kam irgendwann am Abend eine große Treppe hinunter. Eine Treppe die eigens diesem Zweck diente, sie runter zu gehen, nach oben führte sie ins nichts.

Wenn Andy Warhol wirklich auf diesen Parties war, dann waren sie bestimmt lebendig und satt mit skurrilen Gestalten. Aber vielleicht waren sie auch ganz mondän und langweilig, mit Personen die dort waren um gesehen zu werden.

Schloss Drachenburg


Fotos von July 2009 (auf flickr) und Text von Solveig Werner


Auf der Suche nach dem Titel des oben erwähnten Buches, bin ich auf ein sehr interessantes Buch gestoßen, Schneewittchen: blonde Tochter eines Adligen aus Ostfriesland – Eine Historische Spurensuche von Gudrun Anne Dekker.

Der erste Mai | The First of May | Le premier Mai

Schokoladen-Maikäfer lagen auf dem Buffet, sie waren unglaublich schön und groß. Wie gerne hätte ich bloß dort reingebissen, aber sie waren nicht für mich, sie waren für meine Uhrgroßmutter, die ihren Geburtstag feierte.


Chocolate “Maibugs” (Melolontha) were on the buffet, they beautiful and big. I was longing to take a bite, but they were for my great-grandmother, who was celebrating her birthday.


Des “Coléoptères de Mai” en Chocolat (Melolontha) étaient sur le buffet, ils étaient extrêmement beaux et grands. Oh comme j’eus envie d’y croquer, mais ils n’étaient pas pour moi, ils étaient pour mon arrière-grandmère


Geschrieben von | written by| écrit par Solveig Werner

W is for Wawel Castel – A to Z Challenge April 2015 | Wawel Schloss | Château du Wawel

I understood nothing, that was said or sung. I was not part of it. I knew that I was an outsider here. But here people weren’t here to judge others. I did not really fit in, but it felt ok to be there.

It was still dark outside when we left home. When we arrived the day only started to dawn, slowly. We were almost late, and there was no space left. But we still fit in, somehow. It was cold inside the church, it felt even colder than outside of it.

S. and I had gotten up early to attend an early Sunday morning service in the church of Wawel Castle.  It was impressive to see how many people had come. All dressed in their best clothing, many women wore fur coats. There were I think no foreigners present, as tourists and erasmus students don’t tend to get up early on Sundays.

It was a great experience, it was an observation of Polish traditions and habits, within one of the most important buildings of the country, Wawel Castle.

While I lived in Krakau, the view from the living room and bedroom was the Wawel Castle, I painted the view that I had in October 2009. I sat on the windowsill in the living room.


Wawel Castle by Solveig Werner,  2009
Wawel Castle by Solveig Werner, October 2009

Ich konnte nichts verstehen von dem was gesagt oder gesungen wurde. Ich gehörte nicht dazu, ich war eine Außenseiterin. Aber die Menschen waren nicht hier um andere zu beurteilen. Auch wenn ich nicht wirklich dahin gehörte, so fühlte es sich trotzdem richtig an.

Als wir von Zuhause aufbrachen war es noch stockfinster. Bei unserer Ankunft fing gerade erst die Dämmerung an. Fast wären wir spät dran gewesen, Platz gab es auch keinen mehr, aber wir passten trotzdem irgendwie rein. Es war kalt. In der Kirche war es kälter als draußen.

S. und ich sind am Morgen früh aufgestanden um an einem frühen Sonntagmorgen Gottesdienst in der Kirche des Wawel Schlosses teilzunehmen. Es war umwerfend zu sehen wie viele Menschen gekommen waren. Alle in ihrer feinsten Kleidung, viele Frauen trugen Pelzmäntel. Ich denke, dass fast keine Ausländer dort waren, denn Touristen und Erasmusstudenten stehen nicht gerne früh auf, keinen falls an Sonntagen…

Zurückblickend war es eine super Erfahrung, es war eine Beobachtung der polnischen Bräuche und Gewohnheiten, und das in einer der wichtigsten Bauwerke des Landes, Wawel Schloss.

Als ich in Krakau gewohnt habe, konnte ich vom Schlafzimmer und Wohnzimmer aus das Wawel Schloss sehen, diese Sicht habe ich im Oktober 2009 gemalt. Ich saß auf dem Fensterbrett des Wohnzimmers.


Je ne pouvais pas comprendre ce qui était dit ou chanté. Je n’en faisais pas partie. j’étais une étrangère. Mais les gens n’étaient pas là pour juger d’autres. Même si ma place n’était pas là, ça se sentait bien.

Nous étions partis de la maison quand il faisait encore nuit. L’aube commença que doucement à notre arrivé. Presque en retard, il n’avait plus de place, mais nous avons logés quand-même. Le froid était plus marquant à l’intérieur de l’église qu’à l’extérieur.

S. et moi, nous nous étions levés tôt pour assister à la 1ère messe du dimanche matin dans l’église du château du Wawel. C’était impressionnant de voir le nombre des personnes qui étaient venues pour y assister. Tout le monde portait leur meilleurs vêtements, beaucoup de femmes étaient en manteaux en fourrure. Je crois qu’il n’avait presque pas d’étrangers present, car ni les touristes ni les étudiants erasmus aiment se lever tôt, surtout le dimanche matin.

C’était très interessant de pourvoir observer les traditions et habitudes polonaises dans un tel lieu, un des bâtiments les plus importants de la Pologne, le Château du Wawel.

Pendant que j’habitais à Cracovie, la vue de la chambre et du salon donnait sur le Château du Wawel. Je l’ai paint, assise sur l’appui de la fenêtre du salon. en octobre 2009


Text and paining of Wawel Castle by, Text und Bild vom Wawel Schloss von, texte et painture du Château du Wawel par Solveig Werner

K is for Kakadu – A to Z Challenge April 2015

Ungefähr zu dem Zeitpunkt als ich mit der Grundschule anfing, fing ich auch an regelmäßig Radio zu hören, genauer gesagt täglich. Denn ich hörte die Kindersendung Kakadu im Deutschlandradio, jeden Tag um 13:35, dann um 13:30 und sogar Sonntags brachte mich meine Liebe zu dieser Sendung früh aus dem Bett. Wir hatten keinen Fernsehen und so war ich das einzige Kind in der Nachbarschaft das Kakadu hörte. Jetzt scheint es so als haben sich die Sendezeiten verändert, es tut sich ja einiges in 15 Jahren…

Ich liebte die Hörspiele die Ausgestrahlt wurden. Dienstags war Hörspieltag, aber Dienstags kam ich häufig nach dem Anfang der Sendung nach Hause, so wurde schön auf Kassetten aufgenommen, denn es ist schade bei einem 10 teiligen Hörspiel viel zu verpassen. So entdeckte ich die wunderschöne Geschichte “Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart” von Christa Kozik, oder “Hände weg vom Spukpaket” von Nigel Hinton, das ich mir als Buch gewünscht hatte, da ich nicht alle Folgen gehört hatte.

Sonntags war Erzähltag, damals gab es ganze Hörspiel, denn die Sendung war eine Stunde lang, meine Lieblings Hörspiel waren “Lukas Kasha” von Lloyd Alexander und “Die Schildkröte die goldene Eier legte” erzählt von Uwe Bohm. Von einem Hörspiel habe ich leider den Namen vergessen, ich würde es so gerne wieder hören, es handelt von einem Jungen der Geige spielt und Wurst geschenkt bekommt, mehr erinnere ich leider nicht.

Sogar “Harry Potter” habe ich dank Kakadu kennengelernt, denn zwischendurch gab es Buch und Spieltags, und die Beschreibung für “Harry Potter” war einfach zu interessant.

Sonnst habe ich regelmäßig Samstags, am Mitmachtag, dort angerufen, und es geliebt wenn ich life in der Kakadu Sendung zu hören war. Vor ein paar Jahren habe ich mal reingehört und die Nummer war immer noch die selbe.


Yes, my K post is in German, but for now most of my A to Z posts have been in English only, except for some. Here is a quick summary of what today’s post is about:

  • Kakadu is the name of a radio show for Kids in Germany, it can be listed to on the internet, either directly on Kakadu’s website or on the Website of the Radio Station (the station is also great for listening to the German language).
  • I used to listen to the show in an addictive way when I was a kid, but we had no TV at home.
  • I discovered some great stories through the show, such as “The Two Lives of Lukas Kasha” by Alexander Lloyd, or “The Finders” by Nigel Hinton, I even bought the latter of the two and loved it.
  • They used to do book and board game recommendations, and they probably still do so, thus thanks to Kakadu I was introduced to Harry Potter before it went viral. I was just aching to find out what the story was about after they did a review of it.
  • I used to call the show un Saturdays, which was participation day. I loved being on the air live.

Geschrieben von, written by Solveig Werner

A is for my Autobiography – A to Z Challenge April 2015 | Meine Autobiographie | Mon Autobiographie

Autobiographies tend to start in the beginning of the person’s life. I am German, and was born to German parents in Germany. I spend the first 12 years of my life there. From then on things get a bit “complicated”, four days before my 12th birthday we (my parents and my younger sister) moved to the U.S. With almost 15, we moved again, to France.

Once I had passed my Baccalaureate and Abitur, I did not move back to Germany, no I decided to go to England. There I studied politics, my goal was to become a journalist, and was an active member of the student radio (I made it to “head of music”). My Bachelor’s degree was punctuated by an Erasmus exchange in Poland, where I fell in love. As my fiancé is French, we decided to live together in France. Thus I continued studying in France. Now I have a research Master Degree.

Since the end of my 17 year (no breaks) education, I have become a freelance professional, teaching languages and doing some translation work. We have moved to Paris, I taught German in a high school and founded a family. Our daughter, “little one” as I call her on this blog will soon be 14 months old. I am 26 at the moment, have lived in 5 countries so far and speak 3 languages.


Autobiographien fangen häufig am Anfang des Lebens an. Ich bin wie meine Eltern Deutsch und wurde in Deutschland geboren. Dort habe ich die ersten 12 Jahre meines Lebens verbracht. Aber dann wird es auch schon “kompliziert”, vier Tage vor meinem 12. Geburtstag sind wir (meine Eltern und meine jüngere Schwester) nach Amerika gezogen. Als ich fast 15 war, sind wir dann wieder umgezogen, nach Frankreich.

Nachdem ich mein Baccalauréat und Abitur bestanden Solveig_Wernerhatte, bin ich nicht nach Deutschland gegangen, sondern nach England. Dort habe ich Politikwissenschaften studiert, denn ich wollte Journalistin werden. Ich war sogar ein aktives Mitglied des Studentenradios. Während meines Bachelorstudiums bin ich für ein Erasmussemester nach Polen gegangen, dort habe ich mich verliebt. Da mein Verlobter aus Frankreich ist, hatten wir uns entschieden zusammen in Frankreich zu leben. Jetzt habe ich einen Forschungsmaster in Politikwissenschaften.

Seit dem Ende meiner 17 jährigen Schullaufban (keine Unterbrechungen), habe ich mich selbständig gemacht, ich unterrichte Sprachen und mache ein paar Übersetzungsarbeiten. Wir sind nach Paris gezogen, habe an einer Schule Deutsch unterrichtet und eine Familie gegründet. Unsere Tochter, ich nenne sie “Kleinchen” auf diesem Blog wird bald 14 Monate alt sein. Momentan bin ich 26 Jahre alt, habe in 5 Ländern gelebt und spreche 3 Sprachen.


Comme les autobiographies ont tendance de commencer au debut de la vie, je vais commencer au début. Je suis allemande, née de parents allemands en Allemagne. Là bas j’ai passé 12 ans de ma vie. Et c’est ici que cela commence à devenir “compliqué”, quatre jours avant mon 12ème anniversaire, nous (mes parents et ma soeur) avons déménagé aux États-Unis. Quand j’avais presque 15 ans, nous nous sommes installés en France.

Après avoir passé mon Bac et Abitur, je ne suis pas partie en Allemagne, non je suis allée en Angleterre. Où j’ai étudie la science politique, car je voulais devenir journaliste. J’étais un membre actif de la radio étudiante. Ma licence était marquée par un séjour Erasmus en Pologne, où je suis tombée amoureuse. Mon fiancé étant français nous nous étions décidés d’habiter ensemble en France. Maintenant j’ai un Master Recherche.

Depuis la fin de mon parcours scolaire de 17 ans (sans pause ou interruption), je me suis mise à mon compte, je donne des cours de langue et fais des traductions. Nous nous sommes installés à Paris, j’ai enseigné l’allemand dans un lycée et fondé une famille. Notre fille a presque 14 mois, je l’appelle “petite” sur ce blog. Momentanément j’ai 26 ans, j’ai vécu dans 5 pays et parle 3 langues.


Written by, geschrieben von, écrit par Solveig Werner

Wie ein Eis meine Fingernägel rettete

Lecker Fingernägel!

Aus irgendeinem Grund hatte ich angefangen meine Fingernägel zu kauen. Vielleicht hatte ich es mir bei anderen Kindern im Kindergarten abgeschaut, zuhause tat es jedenfalls niemand. Ich war vielleich vier oder gerade fünf Jahre alt, es war glaube ich Sommer. Mein neues Verhalten oder neue Gewohnheit versteckte ich gar nicht erst. Warscheinlich war ich mir nicht dem verwerflichen Charakter meiner neuen Beschäftigung bewusst.

Da ich es nicht versteckte, sagte mein Vater mir sehr schnell, dass dies nicht so weiter gehen kann. Für ihn war es wichtig, dass ich nicht meine Nägel kaute. Ich verstand ihn natürlich nicht, ich hatte zudem Zeitpunkt ja noch keine kaputt gekauten Fingernägel und Finger zu Gesicht bekommen (dies geschah erst Jahre später), mein Vater aber bestimmt.

“Solveig, wenn du zwei Wochen lang deine Fingernägel nicht kaust, dann spendiere ich dir ein Eis”, sagte er mir. Ob er dabei meine Hand in seiner hielt und ob dies zu 100 Prozent der Wortlaut war, weiß ich heute nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich mich sehr streng an diese Anweisung gehalten habe. Jedes Mal als eine meiner kleinen Hände zu meinem Mund wanderte, zuckte ich zusammen und dachte an mein Eis. Auch wenn niemand mich sah, war es mir wichtig nicht zu kauen. Hätte ich es getan, dann hätte man es mir bestimmt auch angemerkt. Man merkt es nämlich eigentlich immer, wenn Kinder etwas verbotenes heimlich oder auch nicht so heimlich tun oder getan haben.

Ich muss durchgehalten haben, denn ich erinnere mich noch an den Tag des Eises. Mein Vater und ich zelebrierten mein Durchhaltevermögen mit einem Ausflug zu zweit. Warscheinlich bin ich selbst Fahrrad gefahren, aber es kann auch sein, dass ich hinten im Korb saß. Wir sind nicht zu der nächsten Eisdiele gefahren um zu feiern. Um in den Genuss dieses lang ersehnten Eises zu kommen, überquerten wir den Rhein. Ich bekam mein leckeres Eis und musste bestimmt einwilligen nie und nimmer mehr mit dem Fingernagelkauen anzufangen.

Jedes Mal wenn ich in Gedanken verloren meine Nägel beknabbere, jemandem beim Genießen beobachte oder mit ganz kaputten Fingernägeln sehe, dann erinnere ich mich an dieses Eis.

Viele Eltern, denke ich, benutzen die “wenn du das machst/nicht machst darfst du/darfst du nicht, bekommst du/bekommst du nicht” Methode etwas zu viel. Wenn sie aber nur für wichtige Dinge benutzt wird, gewinnt sie an Bedeutung.

Vielen Dank für das Eis! Denn das war definitiv leckerer als meine Fingernägel es jemals gewesen wären.


Geschrieben von Solveig Werner